Mittwoch, 2. Dezember 2015

Der Feind im Schafspelz

Es war einmal ein Mann, namens Mr.Hodgkin. Er schlich sich in mein Leben wie ein Wolf, verkleidet im Schafspelz, der sich in eine ahnungslose Schafsherde schmuggelt. Mit scheinbar harmlosen Symptomen wie Fieber, Nachtschweiß und Schwäche, machte er sich bemerkbar und vermehrte sich still und heimlich in meinem Körper, sodass ich über Monate hinweg in dem Glauben lebte, dass mich stressbedingte Erkältungssymptome plagen würden.
Eines Tages gesellte sich ein Hüsterchen hinzu. Aus dem Hüsterchen entwickelte sich wenig später ein starker Hustenreiz und daraus wiederum ein quälendes Bellen. Daraufhin nahm man den Eindringling im Tarnanzug genauer unter die Lupe. Mit seiner Husterei hatte er ziemliche Unruhe gestiftet. Da ich, als schwarzes Schäflein, einen besonders guten Riecher habe, wenn es darum geht, Eindringlinge aufzuspüren, lockte ich den Verdächtigen zu einem Spezialisten, der wiederum einen anderen Spezialisten kannte, der mehrere Hightech-Enttarnungsapperate besaß. Es dauerte nicht lange, da hatte man ihn entlarvt, den Dreckskerl im Schafspelz- Mr. Hodgkin.

So in etwa lief es damals ab...

Leider habe ich den Riecher für Eindringlinge im Schafspelz verloren. Ich habe sowas wie eine Überempfindlichkeit entwickelt und verdächtige seither alles und jeden, der eine Ähnlichkeit der Symptome von Mr. Hodgkin aufzeigt. Das führt dazu, dass ich mich ziemlich unsicher in meiner Schafswolle fühle und lieber auf Nummer sicher gehe, wenn ich eines dieser Mr.Hodgkin- Warnzeichen an mir entdecke.

Ich habe nun seit einer Woche subfebrile Temperaturen immer zur Nachmittagszeit. Heute ging es sogar schon gegen Mittag los und nun liege ich im Bett mit 37,9 Körper-Temperatur und bin erschöpft und habe Knochenschmerzen. Vor einer Woche hatte ich schon einmal so eine Schmerzattacke. Es baute sich ein dumpfer Schmerz in den Oberschenkeln auf und wanderte zum Becken bis hin zur Lendenwirbelsäule. Mir wurde übel und ich musste weinen vor Schmerzen. Eine 600-er Ibuprofen hat nicht geholfen. Ich dachte vielleicht hätte ich mit meinem Training ein wenig übertrieben und halbierte deshalb die Trainingszeit. Ich dachte das wäre des Rätsels Lösung, aber heute setzte der Knochenschmerz wieder ein und das, obwohl ich diese Woche noch nicht einmal joggen war.

Um Google die Arbeit zu ersparen, mir eine Diagnose zu stellen, suchte ich heute meinen Onkologen auf. Mir wurde erstmal Blut abgenommen...inklusive Magnesium-Wert (falls ein Magnesium-Mangel die Krämpfe auslöst) und morgen muss ich dann noch zum Röntgen. Mein Becken soll mal durchleuchtet werden. Vielleicht ist der Auslöser ein Beckenschiefstand oder einer Blockade in der LWS?! Aber woher kommt dann die Temperatur?

Ich habe Angst, muss ich zugeben. Vielleicht liegt der Temperaturerhöhung eine ernstere Ursache zugrunde... Aber ich glaube es eher nicht... Na, ja...ich weiß ja, die Angst kennt jeder, der einmal eine Krebskarriere durchgemacht hat...also versuche ich bis morgen Ruhe zu bewahren und warte erstmal die Ergebnisse ab. :-)

Euer subfebriles Schäflein :-*





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